Hamm-Bockum-Hövel

Im Nordwesten der Stadt Hamm reiht sich der nördlich der Lippe gelegene Sozialraum Bockum-Hövel mit einer Flächengröße von 29,8 km² auf Rang drei im Stadtgebiet ein. 

Ein Überblick
Sowohl zum Münsterland als auch zum Ruhrgebiet gehörig, grenzt Bockum-Hövel im Süden an Herringen und Hamm-Mitte, im Osten an Heessen und im Norden und Westen an den Kreis Coesfeld. Bockum-Hövel gliedert sich in die Ortsteile Bockum, Hövel, Merschhoven, Holsen und Barsen sowie Hölter und Geinegge. Im südöstlichen Bereich liegt der Hammer-Norden – zu den Bezirken Bockum-Hövel und Heessen gehörend. Mit 35.540 Einwohnern (Stand: 2017) weist der Sozialraum Bockum-Hövel die zweithöchste Einwohnerzahl im Stadtgebiet auf.

Bockumer Weg – An der zweiten Eisenbahnbrücke am Kleiner Sandweg beginnt Bockum-Hövel.

Siedlungsgeschichtlich kommt den beiden namensgebenden Ortsteilen – Bockum und Hövel – eine besondere Bedeutung zu. Die beiden bis zum Beginn der Industrialisierung landwirtschaftlich geprägten Dörfer änderten sich erst mit dem Bau der Eisenbahnlinie Hamm-Münster sowie der Inbetriebnahme der Zeche (1906) und Kokerei Radbod (1912). Es entwickelte sich eine rege Siedlungstätigkeit, verbunden mit einem schrittweisen Zusammenwachsen der beiden Ursprungsortschaften. Um die Zeche entstanden Arbeiterkolonien wie Radbod oder Wittekindstraße – später, ab den 1960er Jahren, in den reizvollen landwirtschaftlichen Randlagen der Dörfer, Einzel- und Reihenhaussiedlungen. 

Die seit 1956 selbständige Stadt Bockum-Hövel wurde mit der Gebietsreform 1975 in die kreisfreie Stadt Hamm eingegliedert. Für die weiterhin wachsende Bevölkerung im Ortsteil Hövel entwickelte sich um das zu dieser Zeit errichtete Rathaus ein neues funktionales Stadtzentrum mit Konzentration öffentlicher und privater Infrastruktur und Sicherung der Grundversorgung. Als Rathaus-Center hat der Komplex nach umfangreichen Umbauarbeiten um das Jahr 2010 bis heute Bestand. 

Das ehemalige Rathaus und jetzige Bürgeramt

Bockum-Hövel verfügt neben der Anbindung an die westlich angrenzende Autobahn 1 über einen Bahnhof an der Strecke Hamm-Münster. Zwischen Bahnlinie und Römerstraße erstreckt sich mit dem Gewerbegebiet Römerstraße ein großer gewerblicher Standort. Der Strukturwandel machte auch vor dem Zechenstandort Bockum-Hövel nicht Halt. So ist das Gelände der bis ins Jahr 1990 betriebenen Zeche Radbod, mit dem Industrie- und Gewerbepark Radbod heute sowohl ein Gewerbeareal als auch Standort des Kulturreviers Radbod und zentrale Erholungsfläche. Die Halde Radbod und umliegende Freiflächen bilden den nördlichen Ankerpunkt des bezirksübergreifenden Lippeparks Hamm. 

Wichtige Erholungsflächen sind ferner der Geinegge-Grünzug, an den sich die Naturschutzgebiete Alte Lippe und Radbodsee anschließen. Nach Norden ist Bockum-Hövel durch den Übergang zur offenen Münsterländer Parklandschaft geprägt. 

Der Bahnhof Hamm Bockum-Hövel
Zentrums-Park direkt am Bürgeramt

Lippepark Hamm auf Radbod
Der nördliche Ankerpunkt des Lippeparks befindet sich in Bockum-Hövel und umschließt die Flächen und Halden rund um die ehemalige Zeche Radbod. Am Rande der Lippeaue stehen ruhige Erholung und Naturerlebnis im Vordergrund, während auf dem neu entstandenen Hügel auf dem Gelände der ehemaligen Kokerei Radbod eine Trainingsstrecke für Radrennsport und andere Rollsportarten, wie z.B. Skaten oder Inlineskaten vorgesehen wurde. Die Idee zu diesem Projekt stammt vom Radsportclub RC Amor Hamm, der die rund 600 m lange Strecke als Trainingsrevier nutzt. Hier können Straßenradrennen und insbesondere Steigungs- oder Kurvenfahrten trainiert werden, ohne den Gefahren des freien Straßenverkehrs ausgesetzt zu sein. Außerhalb der Trainingszeiten steht die Strecke allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Zugänglich wird der „Lippepark Hamm Auf Radbod“ auf Bockum-Höveler Seite durch verschiedene neue Wege in die umliegenden Siedlungen. In Richtung Süden stellen die Brücken über Lippe und Kanal eine bequeme Anbindung für Fußgänger und Radfahrer an die übrigen Bereiche des Lippeparks in Herringen und Pelkum sicher. 

Renovierte Zechenhäuser gegenüber den Fördertürmen

Industrie- und Gewerbegebiet Radbod
Der Industrie- und Gewerbepark Radbod umfasst die Flächen rund um die 1990 stillgelegte Zeche Radbod zwischen der Hammer Straße im Norden, dem Naturschutzgebiet Radbodsee im Süden, dem östlich angrenzenden Gewerbegebiet Hüserstraße und den für Erholung und Freizeit ausgewiesenen Flächen des Lippeparks Hamm Auf Radbod im Westen. 

Nach Freigabe des rund 14 Hektar großen Geländes durch den Bergbau und einer Sanierung von Altlasten auf dem Betriebsgelände wurde dieses einer vorrangig gewerblichen Umnutzung zugeführt. Von den Zechenanlagen über Tage blieben nur die Fördergerüste und die Fördermaschinenhallen der Schächte I und II stehen, die heute als Industriedenkmäler entlang der Haupterschließungsstraße „An den Fördertürmen“ unter Denkmalschutz stehen. In einigen Gebäuden des Haupteingangsbereiches befindet sich nunmehr das soziokulturelle Zentrum „Kulturrevier Radbod“.

Der überwiegend größte Teil des Geländes wird als Industrie- und Gewerbepark Radbod genutzt und von der Projektgesellschaft Radbod für die Ansiedlung insbesondere kleiner und mittelständischer Produktions-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe vermarktet. Nutzungsmöglichkeiten wie betriebsbedingtes Wohnen und Dienstleistungen runden das Spektrum des multifunktionalen Industrie- und Gewerbegebietes ab.

Das ehemalige sanierte Zechengelände konnte so bis heute zu einem modernen Industrie- und Gewerbegebiet entwickelt werden. Zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Handel-, Handwerks- und Dienstleistungsgewerbe haben sich bereits angesiedelt. Ein Großteil der Gewerbefläche ist bereits an private Unternehmen verkauft worden. Die Entwicklung kann als abgeschlossen betrachtet werden. 

Text-Quellenangabe: Stadt Hamm – 58_Stadtentwicklungsbericht_Bockum_Hoevel.pdf

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